Hajo Gawins, Technische Leitung TRIAD

Hajo GawinsIn der neuen Hauptstadtrepräsentanz von Bertelsmann in Berlin bilden die „Sky Chapel“ und die „Plug&Play-Wand“ die Glanzpunkte der Installation. Beide Installationen zeigen die enorme Vielfalt audiovisueller Ausdrucksmöglichkeiten und dienen damit als Instrumente, die das Image von Bertelsmann adäquat wiedergeben sollen.

Idee und Konzept der gesamten Installation stammt von TRIAD; die technische Planung und Leitung oblag dabei Hajo Gawins. Für die Ausführung der Sky Chapel zeichnete Provideo Berlin verantwortlich; hier hatte Oliver Nobiling die Projektabwicklung inne.

Hundert orange leuchtende Steckdosen
Die Plug&Play-Wand stellt die weit verzweigte Bertelsmann-Markenwelt dar. Beim Betreten des Gebäudes fällt der Blick des Besuchers unweigerlich auf eine blaue Wand, die von orangen Streifen durchzogen ist und damit das Corporate Design der Bertelsmann AG aufgreift. In diese Streifen eingearbeitet sind über hundert orange leuchtende Steckdosen für zwanzig Flachbildschirme. Diese kann man an beliebigen Steckpunkt-Positionen auf der Wand verteilen. Auf den Bildschirmen läuft eine choreografisch zusammengestellte Inszenierung von Filmen, die zum Teil über die ganze Wand laufende Effekte produzieren, zum Teil Informationen und Inhalte der einzelnen Unternehmenszweige zeigen. Alle freien Steckpunkte tragen durch wechselnde Lichtintensität integrierter LEDs zu einem pulsierenden, lebendigen Gesamtbild der Wand bei.

Einfache Bedienung
Trotz der komplexen Technik ist die Wand dank einer speziellen Software so einfach bedienbar, dass sie in der Regel vom Hauspersonal am Empfang durchgeführt wird. Man kann ohne technische Betreuung unterschiedliche Inhalte zusammenstellen, die zur jeweiligen Veranstaltung passen. Dank der speziellen Anschlüsse können neben den Flachbildschirmen auch aktive Lautsprecher oder Videokameras angebracht werden; eine Erweiterung des interaktiven Play-Gedankens, die phantasievolle Möglichkeiten schafft.

Fliegende Menschen an der Sky Chapel
Die Sky Chapel ist ein zehn mal drei Meter großer LED-„Himmel“ an der Decke des Wintergartens. Dieses „multimediale Firmament“ zeigt Filmsequenzen und Animation in unterschiedlichen Motiven: mal begleitet ein Seiltänzer die Besucher, oder ein aufziehbarer Zeppelin oder gar fliegende Menschen. Das Spiel mit Realität und Fiktion zeigt sich besonders, wenn sich am „Himmel“ weiße Kondensstreifen zeigen, die den Bewegungen des Besuchers folgen. Dieses interaktive Element wird mithilfe von zwei Videokameras in der Decke realisiert, deren Bilder von einem Rechner verarbeitet und mit der Animation koordiniert werden.

Insgesamt wurden 55 Filme produziert, alle aus der Perspektive eines hochblickenden Besuchers gedreht oder am Computer erstellt. Intention war, im Einklang mit der Architektur ein künstlerisch und medientechnisch einzigartiges Format zu schaffen – ohne Betonung auf einzelne Bilder. Die Technik rückt dabei unauffällig in den Hintergrund.

Sky Chapel
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